Jugendleiterfortbildung: Leben und Arbeiten auf dem Bergbauernhof

Für mich startete dieses Jahr eine etwas andere Jugendleiterfortbildung mit dem Thema „Leben und Arbeiten auf dem Bergbauernhof“. Anders als bei vielen Fortbildungen ging es diesmal nicht um sportliche Aktivitäten, sondern darum, den Alltag von Bergbauern kennenzulernen und zu verstehen, wie sie zum Erhalt der Kulturlandschaft in den Bergen beitragen. Hierfür durften wir auf Martins Hof im Zillertal eine knappe Woche verbringen.

Am ersten Tag starteten wir direkt mit unserer ersten großen Aufgabe, die uns durch die gesamte Woche begleiten sollte: Holz machen. Ein großes Chaos aus Holzstämmen im Hof wartete darauf, bis zum Ende der Fortbildung verarbeitet zu werden. Also packten wir gemeinsam an und machten uns an die Arbeit.

Gegen 18 Uhr freuten sich alle auf das wohlverdiente Abendessen – doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Das Heu lag noch draußen am Berg, und der Wetterbericht kündigte Regen an. Also hieß es kurzerhand: alle Mann zum Heu machen! Mit vereinten Kräften wurde alles zusammengerecht, und nach Martins strenger Vorgabe durfte kein Grashalm auf dem Hang liegen bleiben. Pünktlich mit den ersten Regentropfen war das Heu im Trockenen und wir beim wohlverdienten Abendessen.

Auch die folgenden Tage waren geprägt von körperlicher Arbeit: Neben dem weiteren Holz machen wurden Melkschemel gebaut, gepflastert, aufgeräumt, der Stall geputzt und immer wieder Heu eingesammelt. Besonders die Arbeit am steilen Hang bei sommerlichen Temperaturen hatte es in sich und forderte uns ordentlich.

Am Sonntag stand etwas „Entspannung“ auf dem Programm. Früh am Morgen wanderten wir auf Martins Hochalm. Dort angekommen, legten wir zunächst eine längere Pause ein, bevor wir – wieder ganz im Sinne des Bergbauernalltags – zur nächsten Aufgabe übergingen: dem Setzen eines neuen Weidezauns. Ausgestattet mit reichlich Zaunpfosten ging es an die Arbeit. Mit Martins Anleitung kamen wir gut voran, auch wenn sich später herausstellte, dass der Zaun laut anderen Bauern wohl nicht ganz am richtigen Ort stand. Am Abend durfte ich noch Martin auf seine andere Alm begleiten, um beim Melken der Kühe zu helfen.

Am letzten Tag wurde noch einmal kräftig angepackt: Holz wurde fertig verarbeitet, der Stall fertig gereinigt und ein letztes Mal Heu eingebracht. Am Ende der Woche zeigte sich Martin sehr zufrieden mit unserer Arbeit und bedankte sich bei allen mit einem hausgemachten Zirben- oder Heidelbeerschnaps von seiner Hochalm.

Auch wenn es auf dem Hof oft spontan und nicht immer nach Plan zuging, war es eine besondere und bereichernde Fortbildung. Sie hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie viel Arbeit hinter dem Erhalt der Kulturlandschaft in den Bergen steckt. Eines ist sicher: Martin freut sich jederzeit über helfende Hände auf seinem Hof.

Elena Pfister
JDAV-Jugendleiterin